Vom kli­ma­neu­tra­len Tele­fo­nie­ren zum kli­ma­neu­tra­len Flie­gen. Ein gro­ßer Sprung, jedoch nicht in wei­ter Fer­ne. Das Flie­gen ist eine der kli­ma­schäd­lichs­ten Form der Fort­be­we­gung. Doch es gibt aktu­el­le News über CO₂-neu­tra­le Luftfrachtlinie(n), die auf­hor­chen lassen.

Zunächst betrach­ten wir jedoch einen sehr wich­ti­gen Bau­stein, der auf dem Weg zum kli­ma­neu­tra­len Luft­ver­kehr eine bedeu­ten­de Rol­le spielt: Die kli­ma­freund­li­che Alter­na­ti­ve zu Kero­sin, was heu­te aus Erd­öl gewon­nen wird.

Über Bio-Kerosin und den Angebotsmangel

Bei Bio-Kero­sin han­delt es sich um „Sus­tainab­le Avia­ti­on Fuel“, kurz SAF genannt. Das syn­the­ti­sche Kero­sin wird aus nach­hal­ti­gen, pflanz­li­chen und alter­na­ti­ven Roh­stof­fen (z.B. Raps­öl, Palm­öl oder Algen) gewon­nen und redu­ziert die CO₂-Emis­si­on um bis zu 80 %.  Um voll­stän­dig emis­si­ons­frei zu wer­den, müs­sen sowohl Her­stel­lungs- als auch Lie­fer­pro­zes­se von SAF-Treib­stof­fen welt­weit opti­miert wer­den. In naher Zukunft soll eine voll­stän­di­ge Reduk­ti­on der Treib­haus­gas­emis­sio­nen und der Ein­satz von nicht-pflan­zen­ba­sier­ten Kraft­stof­fen jedoch mög­lich sein.

Bei dem Ein­satz des Bio-Kero­sins wird bei der Ver­bren­nung im Trieb­werk nur die Men­ge an CO₂ frei­ge­setzt, die zuvor aus der Atmo­sphä­re ent­nom­men wur­de. Das klingt auf dem ers­ten Blick fan­tas­tisch und es stellt sich sofort die Fra­ge, war­um die Luft­fracht nicht voll­stän­dig auf das Bio-Kero­sin umsteigt? Sowohl das Ange­bot als auch der Preis, brin­gen ers­te Ernüch­te­rung. Gro­ße Erzeu­gungs­ka­pa­zi­tä­ten müs­sen bspw. zunächst errich­tet wer­den. Wei­ter­hin ist fest­zu­hal­ten, dass zusätz­li­che diver­se Grund­vor­aus­set­zun­gen beschlos­sen wer­den müs­sen. Dazu zäh­len u.a. Aspek­te der Qua­li­täts- und Nach­hal­tig­keits­merk­ma­le. Das heißt, dass sowohl die Pro­duk­ti­on als auch die gesam­te Wirt­schaft­lich­keit unter fai­ren und nach­hal­ti­gen Bedin­gun­gen ste­hen muss.

Die erste „Null-Emissions-Strecke“ von Kühne+Nagel

Die Kühne+Nagel-Gruppe ist eines der größ­ten Logis­tik­un­ter­neh­men der Welt. Die Markt­po­si­ti­on des Unter­neh­mens liegt in der See‑, Luft‑, Stra­ßen- und Kon­trakt­lo­gis­tik. Um sei­ne Kli­ma­schutz­zie­le zu errei­chen, hat sich Kühne+Nagel mit dem SAF-Pro­gramm Air Fran­ce KLM Car­go (AFKLM) zusam­men­ge­tan. Seit dem 01.01.2021 ist die ers­te CO₂-neu­tra­le Luft­fracht­li­nie zwi­schen Nord­ame­ri­ka und Euro­pa, genau­er gesagt zwi­schen Los Ange­les und Ams­ter­dam, bereits in Betrieb.

Klimaneutralität bei Kühne+Nagel

Yng­ve Ruud, Mit­glied der Geschäfts­lei­tung von Kühne+Nagel und ver­ant­wort­lich für den Bereich Luft­lo­gis­tik, kom­men­tier­te: „Die ers­te Null-Emis­si­ons-Rou­te mar­kiert den Beginn unse­rer Rei­se in die CO₂-neu­tra­le Luft­fracht und ist ein wei­te­rer Schritt auf dem Weg zur voll­stän­di­gen Kli­ma­neu­tra­li­tät bis 2030. Wir bei Kühne+Nagel sind bereit, die Füh­rung und Ver­ant­wor­tung für die nächs­te Genera­ti­on des Luft­trans­ports zu über­neh­men und ermu­ti­gen unse­re Kun­den und Bran­chen­kol­le­gen, sich uns anzu­schlie­ßen, um nach­hal­ti­ge Ent­schei­dun­gen zu ermöglichen.“

Kühne+Nagels Net Zero Car­bon Pro­gramm soll eine umfang­ei­che CO₂-Neu­tra­li­sie­rung des Unter­neh­mens bis 2030 errei­chen. Seit 2020 wer­den bei­spiels­wei­se bereits alle Sam­mel­sen­dun­gen in der See­fracht CO₂-neu­tral geliefert.

CO₂-neutrale Luftfrachtlinie: Lufthansa und Schenker ziehen nach

Auch der deut­sche Luft­ver­kehr-Rie­se Luft­han­sa und das DB-Toch­ter­un­ter­neh­men Schen­ker star­te­ten bereits im letz­ten Jahr eine kli­ma­neu­tra­le Luftfracht-Route.

Bereits Ende Novem­ber 2020 star­te­te der ers­te, zu hun­dert­pro­zen­tig CO2-freie Test-Fracht­flug der Welt. Die Rou­te ging von Frank­furt am Main nach Shang­hai und wie­der zurück. Als Treib­stoff dien­te eben­falls das syn­the­ti­sche Kero­sin, kurz SAF, genannt.

Was bis dato noch als Test­flug galt, wird ab Früh­jahr 2021 zum lang­fris­ti­gen Projekt.

Schen­ker-Chef The­wes bestä­tig­te eben­falls, dass der Umwelt­schutz in der Luft­fracht viel wei­ter ist, als man­che viel­leicht den