Unter­neh­men, die von Ver­güns­ti­gun­gen beim Strom­ein­kauf pro­fi­tie­ren soll­ten drin­gend aktiv wer­den, um ihre Ein­spa­run­gen zu erhal­ten und teu­re Sank­tio­nen zu ver­mei­den.


Wor­um geht es?

Der Gesetz­ge­ber ver­langt, dass stets sicher­ge­stellt ist, dass nur die Kilo­watt­stun­den in den Genuss einer Pri­vi­le­gie­rung kom­men, die auch wirk­lich dafür vor­ge­se­hen sind. Dem­entspre­chend soll auch nur der­je­ni­ge, dem der Strom zuge­ord­net ist (der ihn ver­braucht hat), die Erspar­nis bean­tra­gen dür­fen.

Das Ener­gie­recht sieht des­halb eine Abgren­zungs­pflicht pri­vi­le­gier­ter Strom­men­gen (redu­zier­te Steu­ern, Abga­ben und Umla­gen) vor. Das heißt, die­se Strom­men­gen sind von Men­gen, auf die eine Pri­vi­le­gie­rung nicht zutrifft, durch mess- und eich­rechts­kon­for­me Mess­ein­rich­tun­gen abzu­gren­zen und frist­ge­recht zu mel­den. Das Glei­che gilt, wenn ver­schie­de­ne Per­so­nen betei­ligt sind (Dritt­men­gen­ab­gren­zung).

Soll­ten Unter­neh­men die eige­nen und frem­den Men­gen nicht kor­rekt erfas­sen, abgren­zen und mel­den, ris­kie­ren sie Ihre Privilegierung(en) und damit in der Regel viel Geld. Zudem dro­hen emp­find­li­che Sank­tio­nen. Das heißt, Unter­neh­men müs­sen sich zwin­gend mit die­sem The­ma befas­sen.


Pro­blem­stel­lung

Es bestehen für Sie i. d. R. vie­le Mög­lich­kei­ten, die auf den Ener­gie­ver­brauch erho­be­nen Steu­ern, Umla­gen und Abga­ben zu redu­zie­ren. Die Vor­tei­le sol­len aber nur bei Bestehen defi­nier­ter Sach­ver­hal­te aus­ge­ge­ben und nur von defi­nier­ten Per­so­nen gel­tend gemacht wer­den kön­nen.

Erfor­der­lich ist des­halb eine genaue Erfas­sung der pro­du­zier­ten und fremd­be­zo­ge­nen Ener­gie­men­gen sowie eine Zuord­nung zu den Ent­las­tungs­sach­ver­hal­ten und zu den Per­so­nen. Daher müs­sen Unter­neh­men den Strom­ver­brauch Drit­ter auf Ihrem Werks­ge­län­de grund­sätz­lich erfas­sen, abgren­zen und mel­den (Dritt­mit­tel­ab­gren­zung).

Das betrifft z. B. die Strom­ver­bräu­che von:

  • Rei­ni­gungs­fir­men,
  • Geträn­ke­au­to­ma­ten,
  • geleas­ten Maschi­nen,
  • Hand­wer­kern oder
  • an Drit­te über­las­se­nen oder von ihnen mit­ge­nutz­ten Büro­räu­men.

Drit­te sind hier auch ande­re kon­zern­zu­ge­hö­ri­ge Unter­neh­men.


Ist auch ihr Unter­neh­men betrof­fen?

Betrof­fen von der Neu­re­ge­lung zur Abgren­zung von Dritt­men­gen sind prak­tisch alle Fir­men, ins­be­son­de­re:

  • Anla­gen­be­trei­ber und Eigen­erzeu­ger (BHKW, PV, Netz­er­satz­an­la­ge usw.)
  • Unter­neh­men mit Beson­de­rer Aus­gleichs­re­ge­lung,
  • Unter­neh­men, die von einer redu­zier­ten Strom­steu­er pro­fi­tie­ren oder
  • Unter­neh­men, die eine redu­zier­te § 19 Umla­ge zah­len, mit drit­ten Strom­ver­brau­chern auf ihrem Werks­ge­län­de.


Lösung

Die Ver­bräu­che von Drit­ten auf dem Fir­men­ge­län­de (Dritt­men­gen) müs­sen kor­rekt erfasst wer­den und sind von dem begüns­tig­ten Ver­brauch abzu­gren­zen. Dazu ist ein Kon­zept not­wen­dig.


Kön­nen wir die Ver­bräu­che nicht ein­fach schät­zen?

​Nein! In der Pra­xis wur­den bis­her, wenn über­haupt, die Ver­bräu­che Drit­ter zumeist nur geschätzt.

Mit dem Ener­gie­sam­mel­ge­setz wur­de das EEG ab 2019 dahin­ge­hend geän­dert, dass – zur Erhe­bung der EEG-Umla­ge – Strom­men­gen von Drit­ten im Regel­fall durch Mes­sung fest­ge­stellt wer­den müs­sen.

Das heißt, im Nor­mal­fall muss ein Kon­zept erstellt wer­den, dass sicher­stellt, dass alle fremd­ver­brauch­ten Dritt­men­gen rechts­kon­form erfasst, zuge­ord­net, gemel­det und abge­rech­net wer­den.


Gibt es Über­gangs­re­ge­lun­gen?

Eine Über­gangs­be­stim­mung erlaubt noch eine Schät­zung der Dritt­strom­men­gen für die Kalen­der­jah­re 2018, 2019 und 2020. Ab dem 01.01.2021 muss aber ein Mess­kon­zept vor­han­den sein und ange­wen­det wer­den. Schät­zun­gen blei­ben dann nur auf weni­ge Aus­nah­me­fäl­le beschränkt.